MfG17 – Tag 1

Tagesbericht von Jochen:
Von der Theorie zur Praxis – der Mainfranken Graveller findet statt, und 13 Fahrer nehmen in unter die Räder. Der Start auf der Mainfrankenmesse verlief ganz gut, das Socialising der Fahrer untereinander auch. Einige kannten sich ja schon, denn die Graveller-Szene mag klein sein, aber sie verteilt sich auf ganz Deutschland. Und die Neulinge werden sofort intergriert, auch wenn ab un an ein Kommentar („mit den dünnen Reifen ohne Profil“) deutlich macht, wo die Grenzlinie verläuft.

Erst als wir ins Steinbachtal abbiegen, fällt mir eine Last von den Schultern – Wochen der Vorbereitung, der Trubel an der Mainfrankenmesse: alles weg.
Leider auch weg: meine Kraft. Eine noch nicht ganz auskurierte Erkältung plus der Stress der letzten Tage – ich bin nicht in Form. Und das Rad mit Gepäck, für 4 Tage ausgelegt statt für den schnellen Overnighter, will bewegt werden. Am Anfang macht sich das noch nicht so dramatisch bemerkbar – aber sehr schnell, dass ich nur gefrühstückt habe. Der Tank ist zu leer für die anstehende Tagesleistung, ich schleiche dahin …
Es gibt die üblichen Problemchen bei den Mitfahrern, v.a. mit der Navigation. Das ist nicht weiter tragisch, solange mehrere gemeinsam unterwegs sind. Für Alleinfahrer ist das aber der Ernstfall.
Immer wieder fahre ich mit einigen im Pulk, dann fahre ich davon – oder lasse die anderen ziehen. Das schöne an so einer Tour ist, dass man regelmäßig andere trifft, die das Gleiche machen. Gesprächsthemen gitb es unendlich viele – und mehr als einmal verfluche ich mich selbst, weil der Track trotz mehrmaligem „Durchkneten“ immer noch Fehler enthält. Fehler, die ich schon korrigiert hatte, sind bei erneutem Bearbeiten des Tracks unbemerkt wieder hineingeraten … nicht schön.
Der Weg zum Breitsol bleibt schwierig, die Alternative zu meinem ursprünglich geplanten Track erweist sich als genauso schlecht – hier muss ich auf jeden Fall noch nachbessern.
Am Breitsol treffe ich Franz, Tilman und Steffen wieder und fahre eine zeitlang mit ihnen – folge ihnen auch, als sie den Track-Abzweig verpassen. Kurz zuvor trafen wir Jesko, dessen Hinterachse defekt ist und der bereits auf den privaten Abholdienst wartet. Schade, aber für Jesko ist hier Schluss nach 85 Kilometern.
Unser Verfehlen des Tracks führt uns nach Neuhütten – mittlerweile regnet es in Strömen, es ist bald 20 Uhr und stockdunkel. Wir beschliessen aufgrund des Regens, der Straße Richtung Partenstein zu folgen statt dem Track, queren ihn kurz noch bei Krommenthal. Franz und Tilman haben in Gemünden bzw. Partenstein ein Zimmer für die Nacht gebucht, Steffen und ich fahren weiter – das Tagesziel Schneckenweghütte ist zu ambitioniert, die Schutzhütte am Katharinenbild muss reichen. Am Anstieg schicke ich Steffen vor, er muss nicht mein Schneckentempo fahren, ich schiebe sogar ein paar Mal, habe überhaupt keine Energie mehr, keinerlei Reserven.
Als ich an der Hütte ankomme, ist Steffen nicht da – er hatte ebenfalls Probleme mit dem Navi und ist über Umwege auf der Sohlhöhe gelandet, wo er sich ein Nachtlager bereitet hat.
Dafür kommt wenige Minuten später Frank vorbei, fährt aber weiter, etwa 20 Minuten später, meine Suppe ist gerade fertig, auch Alex, Kay und Dirk zur Schutzhütte und bleiben. Wir plaudern, trinken ein Bier und trennen uns am nächsten Morgen – die drei haben ruckzuck gepackt, während ich mir erstmal einen Kaffee koche und frühstücke.
Auch Steffen sehe ich am Morgen – er fährt aber weiter, ich packe noch in Ruhe. An der Birkenhainer Straße treffe ich ihn wieder und wir fahren gemeinsam bis Rieneck. Hier steigt er aus und fährt Richtung Gemünden, während ich in Rieneck ein sehr nettes Café entdecke und dort diese Zeilen schreibe …

PS: Ich schreibe das von unterwegs, auf dem iPhone, und tue mir im Moment schwer mit dem Upload der Bilder. Ich bitte um Verständnis, wenn das jetzt etwas strümpfig daherkommt