MfG17 – Tag 2

Jochen berichtet:
Von Rieneck aus ist die Strecke vorerst für mich sehr bekanntes Terrain: Burgsinn, die Rampe hoch zur Hochstraße, die Strecke 46-Bauwerke (den ersten Brückenrumpf kannte ich allerdings noch nicht). Hinter Roßbach dann wieder Neuland für mich: Dreistelz (ca. 14.30 Uhr). Eine harte Schiebepassage am Schluss, aber absolut lohnenswert: hoch auf den Turm und das Panorama genießen.
Während der Abfahrt kommt die SMS von Harald – er steigt aus, er muss zuviel schieben und kommt nicht voran. (Wer jetzt meint: Warum hat der auch ein Rad ohne Schaltung – mit dem Rad hat Harald den Candy absolviert und war lange vor mir (2×10) im Ziel).
In Bad Brückenau steuere ich das Fahrradmuseum an – leider gibt es keine Mittagessen mehr und noch kein Abendessen, nur Kaffee und Kuchen (ich wähle ein alkoholfreies Weizen und fahre weiter). Ich fahre den ganzen Tag schon mit nichts als meinem Frühstück und einem Stück Kuchen (in Rieneck) im Bauch. Ich bekomme auch nichts rein, Appetitlosigkeit bis Ekel machen sich breit beim Gedanken an Essen.
Der Track hoch zum Volkersberg ist wieder so ein Ding: Nur digital geplant, erweisen sich die breiten Wege als Singletrails. Ich variiere, bleibe noch an der Straße nach Züntersbach bis zur Kuppe und folge dann breiteren Feldwegen. Am Volkersberg zwingt mich die Vernunft zu einer Portion Gerupfter und noch ein Alkoholfreies. Die Strecke bis Riedenberg ist gut, aber ab den Langen Steinen nach Röderhof hinunter ein Hammertrail. Der Dauerregen der letzten Nacht hat überall die Wege mit wenig Schotteranteil nochmal anspruchsvoller gemacht.
Von Röderhof nach Riedenberg geht es auf Wanderwegen durch die Wiese – und durch die Viehweide. Ein Blick auf die Rindviecher zeigt: Da fehlen fast überall die Euter, also … Freude, dass da doch noch ein schmaler Elektrodraht dazwischen ist.
Von Riedenberg (19 Uhr) zum Berghaus Rhön bzw. Tintenfässchen, „noch einmal schieben“ die Wiese hoch, Würzburger Haus, Kissinger Hütte. Platzer Kuppe lasse ich aus: Schon tagsüber merke ich, dass es für die Appetitlosigkeit und die Schlaffheit (natürlich auch Energiemangel) eine einfache Erklärung gibt: Die Erkältung habe ich nicht auskuriert, nur verschleppt – nun kommt sie wieder …
An der Kissinger Hütte nehme ich ein Bett im Bettenlager, eine heisse Dusche – das Abendessen lasse ich halb stehen, normalerweise würde ich anderthalb Portionen verdrücken. Ich kann nicht.
Temperaturcheck: zu hoch. Körperliches Wohlbefinden: zu niedrig. Mit Franz stehe ich in Kontakt, er war hinter mir, wollte aber unbedingt auch noch zur Platzer Kuppe, wo er die Nacht verbrachte …
Meine Entscheidung fällt heute morgen: Ich hatte einen erholsamen, tiefen Schlaf, aber kaum aufgestanden, fühlt sich der Körper schon wieder zu warm und zu schlaff an – ich muss abbrechen, wenn ich meine Gesundheit nicht weiter in den Keller reiten will. Familie und Job brauchen mich ab der Wochenmitte wieder, bis dahin kann ich knappe 2 Tage im eigenen Bett verbringen – was ich schon längst mal hätte machen sollen –, oder mich soweit runterreiten, dass ich für den Rest der Woche total ausfalle. Keine Option – ich muss abbrechen. Leider.