Franziska Bischof

Mainfrankens jüngste Edelbrand-Sommelière

Schnapsbrennen hat in der Gemeinde Wartmannsroth im Landkreis Bad Kissingen eine lange Tradition. Über achtzig Kleinbrennereien pflegen hier ihre historischen Brennrechte und brennen Edles aus Obst und Korn. So auch Anton Bischof, der eine Edelbrennerei betreibt und sowohl sein Talent als auch seine Begeisterung für dieses Metier an seine Tochter Franziska vererbt hat. Es müssen die Gene sein – oder warum sonst sollte eine italieninteressierte BWLlerin sich ausgerechnet für Brennkessel und alles, was darin zuzubereiten ist, interessieren.

Seit 2012 steht sie regelmäßig vor diesem. Nach dem Abitur ging sie erst mal als Au-pair-Mädchen nach Italien. Sieben Jahre blieb sie dort und absolvierte auch ihr Studium in Tourismus und Betriebswirtschaftslehre in Italien. Begeistert von der italienischen Kochkunst begann sie, sich mit dem Thema Geschmack zu beschäftigen. Gleichzeitig verfolgte sie aus der Ferne die Entwicklung des elterlichen Betriebes.

Und je tiefer sie in die Welt der Destillate und Brände eintauchte, desto größer wurde der Wunsch, es auch mal selbst zu versuchen.

„Mein Vater hat mich in die Geheimnisse des Brennens eingeweiht“, sagt Franziska. 2014 machte sie eine Zusatzausbildung zur Edelbrand-Sommelière an der TU Weihenstephan/Triesdorf, um alles auf professionelle Füße zu stellen.

Inzwischen vermarktet sie unter der Marke „Die Brennerin“ ihr eigenes Sortiment. Vater und Tochter haben gemeinsam beschlossen, dass Anton Bischof, seine bisherige Produktlinie beibehält, Franziska aber neue Wege geht.

Diva, Musterknabe und Rebell

Die Tochter will experimentieren: Diva, Musterknabe, Rebell, Florian –schon die Namen ihrer Produkte sorgen für Aufmerksamkeit. Der Rebell, ein Single Grain Whisky, hat einen dunklen Nougat-Ton mit Nuss- und Karamellaromen. Fünf Jahre ist das Weizen-Malz-Destillat im Fass gereift. Seine rauchige Note bekam der Whisky beim Finish im Kastanienfass.

Der Musterknabe ist ein fruchtig-frischer Brand aus Birnen, die besonders lange am Baum gereift sind. Für Florian hat die Brennerin neben Wacholder sechs verschiedene Blüten wie Rosen, Flieder, Lavendel verwendet.

Goldmedaille für den Musterknaben

Ihr „Musterknabe“ wurde bereits mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Franziska erklärt: Mein Ziel ist es, außergewöhnliche und hochwertige Destillate herzustellen und ihren ganz eigenen Charakter herauszukitzeln. Alle Zutaten kommen übrigens aus der Region, zum Beispiel die Zwetschgen aus eigenem Anbau oder Williams Christ Birnen aus Fahr am Main. Die Produkte vermarktet Franziska bei Hotel- und Gastrobetrieben und über ihren Online-Shop.

Sie sagt: „Brennen ist Handarbeit und sehr zeitintensiv. Wenn sich die Arbeit rechnen soll, muss man die Tiefpreisregion verlassen und einen angemessenen Preis verlangen. Selbstverständlich muss dabei die Qualität passen.“

Was die Zukunft bringen soll? Franziska plant noch. Sie will brennen, was ihr Spaß macht. Ganz konkret ist aber schon: der Bau einer Destillathek für Verkauf und Verkostung ihrer Brände.