Susanne Häcker

Familienfrau im Familienbetrieb

Susanne Häcker ist Kaufmännische Leiterin bei Pabst. Außerdem ist sie verheiratet, hat Kinder, ein Haus, einen Hund und einen Garten. Wie sie in Mainfranken arbeitet, lebt und dabei entspannt bleibt, hat sie uns im Interview erzählt.

Frau Häcker, erzählen Sie uns kurz Ihren beruflichen Werdegang?

In Sachen Studium konnte ich mich erst nicht zwischen Jura und BWL entscheiden, es wurde dann BWL. Ich habe in Worms studiert, aber mir war schnell klar, dass ich nach dem Studium wieder zurück nach Schweinfurt gehen würde. Außerdem hat mich mein Vater im Betrieb gebraucht. Er hatte eine Wäscherei von seiner Mutter übernommen. Sie hat die Wäscherei 1925 gegründet. Und auch ich konnte mir früher ein Leben ohne die kleine Firma nicht vorstellen. Aber im Laufe der Jahre habe ich dann gemerkt, dass mich das bisschen Buchhaltung, was dort gebraucht wurde, gar nicht ausfüllt. Ich habe sie dann – natürlich mit Wehmut – verkauft und kam 2010 zu Pabst als Sachbearbeiterin für Rechnungswesen. 2011 wurde ich dann Bereichsleiterin und 2015 kaufmännische Leiterin mit Prokura.

Jetzt eine Frage, die ungerechterweise immer nur Frauen gestellt wird: Wie bekommen Sie diesen Job neben Ihrer Familie hin?

Das klappt nur mit Wochenplan. Wir haben auch den Luxus, dass mein Mann selbständig ist; er kommt mittags immer nach Hause und kocht für uns.
Außerdem haben wir sehr darauf geachtet, dass wir unsere Kinder zur Selbständigkeit erziehen und das klappt prima. Als der Älteste 18 wurde, war es dann nochmal leichter, weil wir damit einen zusätzlichen Fahrdienst hatten.

Jetzt sind noch zwei unserer Kinder im Gymnasium; sie helfen sich gegenseitig. Einmal die Woche habe ich einen Home Office Tag, das ist mir sehr wertvoll. Sowas geht bei Pabst. Jede Frau, die hier Teilzeit arbeitet, hat ihr eigenes Zeitmodell. Ich habe übrigens meine Position bekommen, obwohl ich eigentlich nur Teilzeit angestellt bin. Aber trotzdem ist das schon ein großer Wert und keineswegs selbstverständlich.

Hat Sie Ihre Familienkonstellation auch beruflich geprägt?

Ja schon. In Einstellungsgesprächen höre ich zum Beispiel genau hin, wie der Kandidat oder die Kandidatin das Familienleben organisiert bekommt. Wenn’s zu Hause klappt, dann klappt’s auch in der Arbeit.

Was schätzen Sie bei Pabst noch?

Die Atmosphäre ist hier sehr familiär. Hans Pabst ist ständig greifbar. Und er ist unheimlich darum bemüht, immer eine gute Lösung für die Mitarbeiter zu finden. Als unser Standort renoviert wurde und ich die Kosten auf den Tisch bekommen habe, habe ich ihn gefragt, ob das hier ein Arbeitsstandort ist oder ein Wellnesshotel. Entsprechend schön ist es hier eben auch.

Zu Ihrem Mainfranken: Sie wohnen in Schweinfurt. Wo sind Ihre Lieblingsplätze? Wo zieht es sie hin?

Ehrlich gesagt ist mein Garten der Ort, an dem ich am allerliebsten Zeit verbringe. Wir wohnen am Waldrand, direkt am Wildpark. Und sobald schönes Wetter ist, scheint in unserem Garten wirklich immer die Sonne.

Der Main spielt bei uns auch eine große Rolle: Letztes Jahr haben wir zum ersten Mal darin gebadet, das Wasser ist inzwischen ganz sauber. Wir sind auch alle im Ruderclub. Meine Söhne waren erfolgreiche Ruderer, sie nehmen an Regatten teil, mein Vater hat das auch schon gemacht.

Die Mädchen sind da, wo Teenager eben so sind, zum Beispiel beim Farbfestival in Dettelbach.

Wie schaffen Sie das alles? Wie bleiben Sie bei Kräften?

Ich mache Zustandsmanagement, das habe ich bei Pabst gelernt. Konkret heißt das, ich tue mit Bedacht etwas für mein Wohlbefinden. Ich lasse mich zum Beispiel mit dem YMCA-Song wecken. Dann habe ich sofort gute Laune. Und grundsätzlich versuche ich immer auch geistig da zu sein, wo ich mich körperlich befinde. Ich möchte einfach ganz präsent sein und mein Bestes geben. Es kann also sein, wenn ich abends nach Hause komme, dass ich erst mal mit dem Hund in den Wald gehe, um ein bisschen zu mir zu kommen.

Das Verständnis, dass man nur gut arbeiten kann, wenn man sich wohlfühlt, wird eben bei Pabst auch gelebt. Deswegen passe ich so gut hierher, glaube ich.

Vielen Dank, Frau Häcker, für die vielen Einblicke und das interessante Gespräch.